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Aktuelle Pressemitteilungen des HDH und seiner Mitgliedsverbände

Möbelindustrie rechnet mit 2 bis 3 % Umsatzplus / Materialpreise steigen deutlich an / Exportmotor kommt wieder in Fahrt



11.01.2011

Weitere Infos:
Ursula Geismann
u.geismann@wohninformation.de

2. Ansprechpartner
Achim Hannott
a.hannott@hdh-ev.de


HDH/VDM Verbände der Holz- und Möbelindustrie
Flutgraben 2
53604 Bad Honnef
Deutschland

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Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, erklärt anlässlich der Pressekonferenz zur imm cologne und LivingKitchen 2011, am Dienstag, 11. Januar 2011:

Die deutsche Möbelindustrie hat im Jahr 2010 wieder ein leichtes Umsatzwachstum von voraussichtlich rund zwei Prozent erzielt, konnte damit aber die Krisen bedingten Verluste noch nicht ausgleichen. Ein stabiler Arbeitsmarkt und positive Wirtschaftsaussichten ließen die Verbraucher wieder verstärkt in Einrichtung investieren, jedoch nahm der Anteil der Importmöbel zu. Das Auslandsgeschäft belebte sich für die heimischen Hersteller wieder, wobei die Märkte eine unterschiedliche Dynamik aufweisen. Für das Jahr 2011 wird eine weitere moderate Steigerung der Umsätze um etwa zwei bis drei Prozent erwartet, wenngleich die andauernde Eurokrise und spürbar anziehende Rohstoffpreise Risikopotenzial bergen.

Noch braucht es mindestens drei weitere positive Möbeljahre, um die Umsatzrückgänge im Krisenjahr 2009 von gut 11 % zu kompensieren. Damals verhinderte der im Vergleich zu anderen Branchen unterdurchschnittliche Exportanteil ein noch heftigeres Absinken (das gesamte verarbeitende Gewerbe verlor rund 20 % des Umsatzes). Im Jahr 2010 hingegen sorgte gerade die hohe Exportquote bei anderen Industriebranchen für einen deutlichen Umsatzanstieg von durchschnittlich gut 13 %. Das inlandsdominierte Möbelwachstum blieb hier deutlich zurück.

Für das Jahr 2011 erwarten wir einen weiteren Umsatzanstieg von zwei bis drei Prozent für die deutsche Möbelindustrie. Positiv wird sich nach unserer Einschätzung der weiterhin stabile Arbeitsmarkt mit Erwerbslosenzahlen unterhalb von drei Millionen sowie eine positive Verbraucherstimmung bemerkbar machen. Das schon im Jahr 2010 wieder angesprungene Neubaugeschäft wird bei historisch niedrigen Bauzinsen für zusätzlichen Einrichtungsbedarf sorgen. Hinzu kommt ein weiterhin niedriges Inflationsniveau, das 2011 für Reallohnsteigerungen sorgen wird.

Als Unsicherheitsfaktor bleibt die Eurokrise, die in wichtigen Absatzmärkten unserer Möbelindustrie für staatliche Sparprogramme sorgen wird, was sich negativ auf den dortigen Konsum auswirken wird. Auch die Wirtschaftskraft unseres wichtigsten Absatzmarktes, den Niederlanden, hat noch nicht zu alter Stärke zurückgefunden.

Besonders deutlich werden unsere Hersteller im Jahr 2011 die steigenden Rohstoffpreise spüren. Diese Entwicklung zieht sich quer durch alle Segmente und erfasst neben Holz bzw. Holzwerkstoffen auch die Bereiche Leder und andere Bezugsstoffe, Beschläge, Glas, Lacke, Kleber oder Verpackung. Zusammen mit einer weiteren Erhöhung der Löhne werden sich die Produktionskosten im deutlichen einstelligen Prozentbereich erhöhen. Diese Kostensteigerungen müssen wir dringend an den Möbelhandel weitergeben, da sie in dieser Größenordnung nicht kompensierbar sind und die Ertragslage der Hersteller sonst ernsthaft in Gefahr bringt. An der Weitergabe der Materialpreissteigerungen führt deshalb in 2011 kein Weg vorbei.

Mit einem Umsatz von rund 12,9 Mrd. Euro lag die heimische Möbelindustrie von Januar bis Oktober 2010 knapp ein % (+0,9%) über dem Vorjahreswert. Durch die traditionell für die Industrie verkaufsstarken Monate November und Dezember, die auf einem schwachen Wert 2009 aufsetzen (jeweils unter -5%), wird sich bis Ende des Jahres 2010 ein Plus von rund zwei % einpendeln.

Während die Segmente Büro-, Laden- und Polstermöbel sich im Jahresverlauf 2010 noch nicht von der Negativentwicklung lösen konnten, wiesen Küchen- und Wohnmöbel bereits ein mehr oder weniger deutliches Plus auf. Erneut – wie schon im Krisenjahr 2009 – zeigt sich eine deutlich unterschiedliche Entwicklung zwischen den investitionsabhängigen Büro- und Ladenmöbeln (-3,4% bzw. -3,9%), deren konjunkturelle Entwicklung wegen aufgeschobener Projekte noch etwas verzögert verläuft, und den konsumabhängigen Möbelsegmenten. Allerdings deutet im Bürobereich ein guter Auftragseingang in den letzten Monaten auf eine Trendumkehr hin.

Da wegen der Anpassung der Polstermöbel-Statistik deutlich weniger Unternehmen erfasst werden (wegen Wechsel des Produktionsschwerpunktes oder Unterschreitung der Meldegrenze), ist der Umsatzrückgang um 14,3 % in diesem Segment eher systematisch begründet. Interne Erhebungen des Verbandes der Polstermöbelindustrie deuten eher auf ein zum Vorjahr ausgeglichenes Umsatzniveau hin.

Die Hersteller von Küchenmöbeln konnten ihre Umsätze im Jahresverlauf bis Oktober um 0,6 % steigern. Mit einem Plus von 3,3 % konnte der wertmäßige Absatz von Wohnmöbeln (Schlaf-, Ess- und Wohnzimmermöbel) besonders deutlich zulegen. Hier muss allerdings berücksichtigt werden, dass der Preisdruck hier besonders hoch ist und der mengenmäßige Absatz noch stärker angestiegen ist.

Derzeit beschäftigt die Möbelindustrie 98.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (-3,2%) in 1.040 Betrieben (-2,7%) ab 20 Mitarbeitern.

Anders als im Vorjahr kamen 2010 wieder positive Impulse aus dem Ausland. Der Export legte von Januar bis Oktober um 8,5 % zu, wobei der europäische Markt mit einem Plus von 5,4% nur unterdurchschnittlich anstieg. Hier macht sich unter anderem die nach wie vor schwierige wirtschaftliche Lage in den Niederlanden bemerkbar. Dort sank der Export deutscher Möbel gegen den Trend um knapp 11 % (-10,7%). Erfolge konnte die deutsche Möbelindustrie hingegen in Frankreich (+18,2%), in der Schweiz (+12,7%) und wieder in Russland (+18,2%) erzielen. Wachsende Märkte auf einem noch ausbaufähigen Niveau sind zudem Asien (China:+35%) und die Türkei (+74,6%).

Fast doppelt so stark wie der Export stieg der Import von Möbeln nach Deutschland an. Hier wurden zwischen Januar und Oktober 2010 zusätzliche Werte von 15,1 % importiert. Da diese Ware überwiegend aus Polen (+14,3%) und China (+32,7%) kommt, spiegelt sich hier die Einkaufspolitik und die Preisgestaltung des deutschen Möbelhandels.

Noch deutlich ausbaufähig und zudem im gemeinsamen Interesse von Industrie und Handel ist im Übrigen die gemeinsame Vermarktung von Möbeln, zum Beispiel über das Internet. Hier lassen sich auf beiden Seiten Potentiale heben und neue Zielgruppen ansprechen.

Weitere Infos:
Ursula Geismann
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