BAD HONNEF/HERFORD. Warme Naturfarben, Ton-in-Ton-Konzepte und helle Hölzer bringen in diesem Jahr viel Geborgenheit in die eigenen vier Wände. „Unsere Hersteller wecken mit ihren innovativen Neuheiten viel Lust auf eine neue Einrichtung, die dank hoher Qualität lange Freude bereitet“, stellt Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie, fest. Anlässlich der am 20. Januar 2026 beginnenden Möbelmesse „imm cologne“ geben die Möbelverbände einen Überblick über die wichtigsten Einrichtungstrends.
Ton-in-Ton im Ess- und Wohnbereich
Für ein perfektes Wohnambiente lassen sich die Füße von Stühlen und Sofas neuerdings farblich passend auf Schränke, Side- und Lowboards sowie Tische abstimmen. Statt in Schwarz oder Silber sind die Untergestelle in zarten Rot-, Beige-, Braun- oder Grautönen lackiert. Auf diese Weise ergibt sich ein besonders harmonisches Gesamtbild im Ess- und Wohnzimmer.
Bei den Schränken und Kommoden fallen abgeschrägte Fronten sowie Einsätze aus geriffeltem Glas ins Auge. Akzente lassen sich mit gebürstetem Stahl und patiniertem Messing setzen. Für viel Wohnlichkeit sorgt der goldbraune Farbton der Kastanie, die in der neuen Ausführung taupefarben-geölt erhältlich ist und eine Alternative zur beliebten Eiche darstellt.
Viel Flexibilität ermöglichen ausziehbare Tische, die mit bequemen Polsterstühlen – gerne als drehbare Variante – bestückt werden. Neu ist ein Esstisch, der sich sowohl in der Länge als auch in der Breite vergrößern lässt. Innovative Auszugstechniken ermöglichen auch für kleine Räume komfortable Lösungen, etwa bei runden Esstischen.
Weiche Stoffe für Polstermöbel
Bei Sofas und Sesseln sorgen besonders softe und in der Haptik weiche Stoffe wie Chenille, Bouclé und Velours für ein behagliches Ambiente. Zunehmend Verwendung finden Materialien mit Anteilen aus recycelter Wolle oder recycelten Kunststoffen. Die Stoffe kommen in natürlichen Tönen daher: Beige, Sand und Grau dominieren, ergänzt durch frische Grüntöne wie Salbei oder Olive sowie warme Erdfarben wie Terrakotta und Rost. Auch die Formen folgen mit zunehmend weichen Linien dem Wunsch nach Natürlichkeit. Die Polstermöbel werden runder, organischer.
Der Trend geht außerdem zu modularen Systemen, die sich nach Lust und Laune umstellen und so flexibel auf den Raum und die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen. Die neue Generation von Polstermöbeln überzeugt zudem mit cleveren Details. Verstellbare Rücken- und Armlehnen oder Sitzflächen sorgen für maximalen Komfort, während integrierte USB-Anschlüsse oder kabellose Ladestationen den Alltag erleichtern. Neben der klassischen Couch zieht auch der Relaxsessel in immer mehr Wohnzimmer ein. Er wird zum persönlichen Wohlfühlplatz. Weiterhin im Trend: Kleine Cocktailsessel, die oft als Farbtupfer im Kontrast zu gedeckten Farben gewählt werden.
Darüber hinaus legen Premiumhersteller zurzeit häufig ihre Klassiker wieder auf. Damit unterstreichen die Marken, dass sie Wert auf Traditionen legen. Gerade in unsicheren Zeiten greifen die Menschen gerne auf Bewährtes zurück.
Geborgenheit beim Schlafen
Warme Hölzer, Naturmaterialien, sanfte Farben und matte Oberflächen prägen die Einrichtung des Schlafzimmers. Komfortable Betten, die mit weichen Stoffen bezogen und einem abgerundeten Kopfteil ausgestattet sind, vermitteln Ruhe und Geborgenheit. Dazu passen voluminöse Kissen und flauschige Teppiche. Die Nachttische fallen eher dezent aus und werden oftmals schwebend angebracht. Reizvoll sind neuartige Applikationen aus echten Kieselsteinen, die bestens zu den abgerundeten Kanten des Nachttischs passen. Weiter auf dem Vormarsch befinden sich die überbreiten Familienbetten. Ein beliebtes Material für die Schlafzimmereinrichtung ist Massivholz – wegen seiner warmen Optik und gesundheitlichen Vorteile.
Mit neuen Farben und Materialien werden die Gestaltungsmöglichkeiten für Dreh- oder Schwebetürenschränke noch vielfältiger. Die Innenausstattung umfasst Elemente wie Kleiderlifte, ausziehbare Regale oder Aufbewahrungsfächer für Schmuck und bietet maßgeschneiderte Einrichtungslösungen.
Innovative Schrankfronten in der Küche
Auch in der Küche herrschen warme Naturtöne wie Beige und Braun in verschiedenen Varianten wie Sand, Macchiato oder Taupe vor. Besonders harmonisch wirkt auch hier ein Ton-in-Ton-Konzept mit einer einheitlichen Erdfarbe für Fronten, Arbeitsplatte, Nischenverkleidung und Griffmulden. Häufig werden die Naturtöne auch mit einem hellen Holz kombiniert.
Viele innovative Ideen bieten die neuen Kollektionen bei den Schrankfronten. Eine besondere optische Wirkung erzielen Fronten mit schräg gestellten Flächen. Den Retro-Stil der 1950er Jahren bringen pastellige Mattlackoberflächen mit sanft abgefasten Ecken zurück. Neben strukturierten Oberflächen, etwa mit Keramikanmutung, sind Kassettenfronten im modernen Landhaus-Stil beliebt. Besonders filigran fallen die Rahmenfronten beim stark im Trend liegenden Japandi-Stil aus, der Designelemente aus Japan und Skandinavien aufgreift und sich durch Minimalismus, Naturverbundenheit und Funktionalität auszeichnet.
Durch die offene Planung wird die Küche zum Teil des Ess- und Wohnraums. Besonders ansprechend gelingt die Verbindung der Bereiche mit Hilfe organischer Formen, indem sich etwa runde Wangen in Rillenoptik nicht nur bei den Küchenmöbeln, sondern auch am Sideboard im Wohnbereich finden. Eleganz verbreiten moderne Glasvitrinen mit einem schmalen Aluminiumrahmen in Schwarz. Die intelligenten Stauraumlösungen aus der Küche kommen auch im Hauswirtschaftsraum zum Einsatz.
Japandi-Stil auch im Badezimmer
Der angesagte Japandi-Stil hält auch im Bad verstärkt Einzug. Zierliche Rahmenfronten, Naturmaterialien und warme Töne erzeugen eine ruhige Atmosphäre. Dem Wunsch nach immer mehr Wohnlichkeit folgend wird im Badezimmer stark auf Holz gesetzt – in massiver Form, als Furnier oder als Dekor. Als besondere Hingucker eignen sich Holzpaneele. Raffiniert sind Design-Details wie eine aufgedoppelte Frontblende auf dem Waschtisch oder ein weißer Korpus mit schmalem Kantenprofil, der die leicht zurückgesetzte Schrankfront wie gerahmt erscheinen lässt.
Bild 1: Ton-in-Ton: Die farbliche Abstimmung von Stuhlbeinen und Esstisch erzeugt ein besonders harmonisches Wohnambiente. Foto: 3C
Bild 2: Aktueller Wohntrend: Holz, Haptik, Naturmaterialien, gerundete Formen und helle Stoffe. Foto: Cor
Bild 3: Organische Formen und weiche Stoffe sorgen für ein behagliches Ambiente. Foto: Bielefelder Werkstätten
Bild 4: Grazile Seitenlehnen und ein schwebend wirkender Korpus verleihen dem Sofa eine leichte Optik. Foto: Signet Wohnmöbel
Bild 5: Die klare Formensprache und die hellen Farben bringen Eleganz ins Wohnzimmer. Foto: Venjakob
Bild 6: Die Edelkastanie lässt sich gut mit Glas- und Schwarzelementen kombinieren. Foto: Möbelwerke A. Decker
Bild 7: Die organischen Rundungen des gepolsterten Kopfteils vermitteln Behaglichkeit. Durch den Schwebeeffekt der nach innen gerückten Füße erhält das Bett eine außergewöhnliche Leichtigkeit. Foto: Schramm
Bild 8: Den Retro-Stil der 1950er Jahren bringen pastellige Mattlackoberflächen mit sanft abgefasten Ecken zurück. Foto: Ballerina-Küchen
Bild 9: Eine besondere optische Wirkung erzielen Fronten mit schräg gestellten Flächen. Foto: Poggenpohl
Bild 10: Badezimmer im Japandi-Stil: Die weiße Front wird mit Elementen in Eiche und bronzefarbenen Armaturen kombiniert. Foto: Nobilia