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Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK)

Deutsche Möbelindustrie verzeichnet im Jahr 2025 ein Umsatzminus von 3,4 Prozent

Für das laufende Jahr wird ein Umsatz mindestens auf Vorjahresniveau erwartet 

17.02.2026

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BAD HONNEF/HERFORD. Die deutsche Möbelindustrie hat im vergangenen Jahr laut vorläufiger amtlicher Statistik rund 15,8 Milliarden Euro umgesetzt, ein Minus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit verzeichnete die Branche im dritten Jahr in Folge einen Umsatzrückgang. „Besonders herausfordernd stellt sich für unsere Unternehmen die Lage auf dem Heimatmarkt dar“, berichtet Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie. So sank der Inlandsumsatz um 4,4 Prozent auf rund 10,4 Milliarden Euro, während die Einbußen im Ausland mit einem Umsatzrückgang von 1,2 Prozent auf rund 5,4 Milliarden Euro deutlich geringer ausfielen. Zur Überbrückung der Nachfragedelle plant ein Drittel der befragten Betriebe im ersten Quartal dieses Jahres mit Kurzarbeit, wie eine aktuelle Verbandsumfrage zeigt.

„Hierzulande setzen unserer Branche vor allem das nach wie vor schwache Konsumklima und der seit Jahren rückläufige Wohnungsbau mit den entsprechenden negativen Auswirkungen auf den Einrichtungsbedarf zu“, stellt Kurth fest. Die Politik sieht er dringend in der Pflicht, über den beschlossenen Bau-Turbo hinaus weitere Maßnahmen zur Belebung des Wohnungsbaus in die Wege zu leiten. Ansatzpunkte sieht Kurth in einer Senkung der Baunebenkosten sowie steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten auch für Privatinvestoren. Der jüngste Anstieg der Baugenehmigungszahlen sei zwar erfreulich, werde sich Prognosen zufolge aber frühestens 2027 auf die Fertigstellungszahlen auswirken – und dies auch nur in überschaubarem Umfang. „Zudem wartet unsere Branche immer noch auf ein wirtschaftspolitisches Gesamtkonzept der Bundesregierung. Statt eine abgestimmte ‚Agenda 2030‘ vorzulegen, werden die Menschen mit Einzelforderungen wie jüngst der Gesundheitsabgabe verunsichert.” 

Als weitere Belastung für die deutschen Möbelproduzenten erweist sich dem Verbandsgeschäftsführer zufolge die US-Zollpolitik. Die Einfuhrzölle dämpften zum einen die deutschen Möbelausfuhren auf den amerikanischen Markt. Außerdem steige hierzulande der Importdruck, da chinesische Hersteller ursprünglich für die Vereinigten Staaten produzierte Möbel infolge der US-Zölle nach Europa umlenkten. Dadurch verschärfe sich der Preiswettbewerb auf dem deutschen Markt. 

Von den einzelnen Sparten der deutschen Möbelindustrie erreichte das Küchen-Segment im vergangenen Jahr mit einem Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro (minus 0,3 Prozent) annähernd das Vorjahresniveau. Bei den Büro- und Ladenmöbelherstellern lag der Umsatz mit rund 4,2 Milliarden Euro um 2,7 Prozent unter dem Vorjahr. Das Segment der sonstigen Möbel (darunter Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel) setzte 4,7 Milliarden Euro um (minus 5,5 Prozent). Einen Rückgang von 7,2 Prozent auf 873 Millionen Euro verbuchte die Polstermöbelindustrie. Die Hersteller von Matratzen erlitten eine Umsatzeinbuße von 15,2 Prozent auf 420 Millionen Euro. 

Die interne Auftragseingangsstatistik der Möbelverbände zeigt eine Stabilisierung der Auftragslage in der Küchenmöbelindustrie. Dagegen leiden die Polster- und Wohnmöbelhersteller weiter unter einer schwachen Nachfrage. 

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren in den 398 Betrieben der Branche mit 50 und mehr Beschäftigten (minus 4 Prozent) 68.342 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, rund 4 Prozent weniger als im Vorjahr. 

Auf das laufende Jahr schaut Kurth mit vorsichtigem Optimismus. „Im ersten Halbjahr rechnen wir mit einer Stabilisierung des Umsatzes auf dem Vorjahresniveau“, sagt er. „In der zweiten Jahreshälfte, in der die Verbraucherinnen und Verbraucher das Thema Einrichten erfahrungsgemäß stärker in den Fokus nehmen, hoffen wir auf eine leichte Belebung.“ Schon 2025 sei die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr (minus 1,5 Prozent) besser verlaufen als in den ersten sechs Monaten (minus 5,1 Prozent).

Mit Blick auf die kommenden Monate setzt der Verbandsgeschäftsführer auf eine verbesserte Konsumstimmung in Deutschland sowie Wachstumschancen im Ausland. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert er einen Umsatz mindestens auf dem Vorjahresniveau bis hin zu einem Plus im kleinen einstelligen Prozentbereich.

 

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