Mit dem Tarifabschluss vom 27. Februar 2026 in Hamburg ist die Entgeltrunde 2025/2026 in der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie abgeschlossen. Damit sind die seit November 2025 geführten Verhandlungen beendet. Den Auftakt der Abschlüsse bildete der Pilot in Baden-Württemberg; im weiteren Verlauf folgten Vereinbarungen in Bayern, Niedersachsen/Bremen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Sachsen, Thüringen, Westfalen/Lippe, Sachsen-Anhalt sowie Berlin-Brandenburg, bevor Hamburg als letztes Tarifgebiet abschloss.
Der Hamburger Abschluss sieht – wie die übrigen Regionen – eine erste tabellenwirksame Erhöhung um 2,0 Prozent im Jahr 2026 vor. Die zweite Stufe beträgt dort ebenfalls 2,0 Prozent und bleibt damit unter den in den anderen Tarifgebieten überwiegend vereinbarten 2,2 Prozent. Eine Einmalzahlung ist nicht vorgesehen. Damit weicht Hamburg sowohl bei der prozentualen Gesamtdynamik als auch bei der pauschalen Komponente vom übrigen Tarifgeschehen ab.
Insgesamt bewegen sich die Abschlüsse in einer Spannweite zwischen 4,0 Prozent und 5,5 Prozent tabellenwirksamer Erhöhung über die jeweilige Laufzeit. Mit einer durchschnittlichen Steigerung von rund 4,2 Prozent sowie Einmalzahlungen von regelmäßig 300 Euro – mit Ausnahme Hamburgs – liegen die Ergebnisse im Mittel der zuletzt in anderen Branchen erzielten Tarifabschlüsse.
Wie bereits in der vorangegangenen Entgeltrunde sind die Abschlüsse in Sachsen, Thüringen und Berlin-Brandenburg erneut höher ausgefallen. Diese stärkere Dynamik zeigt sich entweder in zusätzlichen Erhöhungsschritten innerhalb der Laufzeit oder in insgesamt höheren prozentualen Steigerungen. Die deutlichsten regionalen Unterschiede bestehen jedoch in der Ausgestaltung der Einmalzahlungen, die sowohl hinsichtlich ihrer Höhe als auch bei den jeweiligen Zahlungsvoraussetzungen voneinander abweichen.
Fazit
Positiv hervorzuheben ist die Laufzeit von mehr als zwei Jahren, die den Unternehmen in einem Umfeld wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten ein Maß an Planungssicherheit verschafft. Gleichzeitig fallen die vereinbarten Entgeltsteigerungen in eine Phase, die in vielen Betrieben von Kostendruck, Personalabbau und Insolvenzen geprägt ist.
Hier ist klar anzumerken, dass die Gewerkschaftsseite in den Verhandlungen Entgeltdynamik über die Sicherung von Beschäftigung gestellt hat. In anderen Branchen haben Gewerkschaftsvertreter entsprechende Aspekte explizit in die Verhandlungen integriert. Vor diesem Hintergrund bleibt die Erwartung an die Gewerkschaftseite, dass tarifpolitische Strategien künftig stärker die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Denn Entgeltsteigerungen für die Arbeitnehmer entfalten nur dann Wirkung, wenn stabile wirtschaftliche Grundlagen und Beschäftigungsperspektiven vorhanden sind.